Steigende Betriebskosten: Das unterschätzte Risiko für Immobilienwerte?
Die Betriebskosten für Wohnraum in Deutschland sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen – insbesondere Energie, Wasser und kommunale Abgaben. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Wohnnebenkosten 2024 rund 15 % über dem Niveau von 2020.
Für Eigentümer und Investoren waren Betriebskosten früher lediglich ein durchlaufender Posten. Mittlerweile haben gestiegene Betriebskosten („zweite Miete“) direkte Auswirkungen auf die Mieterwartungen: Energieeffizienz und Kostenkontrolle werden für Eigennutzer und Mieter zu zentralen Kriterien bei der Wohnungswahl. Gebäude mit hohem Energieverbrauch verlieren gegenüber energieeffizienten Gebäuden zunehmend an Attraktivität.
Hinzu kommt die steigende Bedeutung von ESG-Kriterien insbesondere bei der Immobilienfinanzierung – wer heute nicht in Effizienz und Betriebskostenoptimierung investiert, riskiert morgen Wertverluste oder eingeschränkten Marktzugang.
Für die Bewertung bedeutet das: Betriebskosten sind nicht nur ein laufender Kostenfaktor, sondern zunehmend ein wertrelevanter Parameter. Nachhaltigkeit, Sanierungsstand, technische Ausstattung (u.a. Heizungsart, Photovoltaik, Solarthermie) und Energieeffizienz rücken stärker in den Fokus.
Für professionelle Akteure aus Immobilienwirtschaft und Finanzierung ist es daher entscheidend, Betriebskosten nicht nur als laufende Belastung, sondern als wertrelevanten Faktor zu verstehen – sowohl in der Bestandshaltung als auch in der Ankaufsprüfung.
Wie stark fließen Betriebskosten heute bereits in Ihre Bewertungsmodelle oder Investitionsentscheidungen ein – und ist das genug?

